Klaus Dieter Weiss
Architektur in Wort und Bild

Sozialer Wohnungsbau, München Theresienhöhe

2005, Rohnke Hild und K Architekten/München

 

Häuser aus Häusern

Werk, Bauen + Wohnen, Oktober 2005, S. 16–21

"Durch das auch in der Höhe verspringende Fensterband der als Allraum konzipierten Wohnbereiche ergibt sich auf den Hauptfassaden eine deutliche Abgrenzung der durchgesteckten oder über Eck orientierten Wohneinheiten untereinander. Die Wohneinheit wird damit quasi als Haus im Haus ablesbar, ohne den Bewohnern weiter gehende, aussen sichtbare Individualisierungen zuzugestehen. Die Rückstaffelung der Fassade und der Verzicht auf den Fensterpfosten im Eckpunkt bescheren der Wohnung einen deutlich freieren Ausblick. Das vom Hauseingang nach oben strebende Glasstein-Band markiert im Kontrast dazu den internen, tagesbelichteten Erschliessungsweg zu den Wohnungen, der, obwohl er wie bei Aalto vier bis fünf Wohnungen bedient, auch dank der einläufigen Treppe sehr grosszügig und offen wirkt. Diese mäandernden Formen der Fassade werden an Aaltos Bau in Berlin viel weniger deutlich, zumal sie hier auch durch die Elementierung des Fassadenmaterials durchkreuzt werden. Andreas Hild hat dagegen die dem Punkthaus vorgezogene städtebauliche Verwobenheit zweier versetzter Blockfragmente auch zum ästhetischen Prinzip der Fassade erhoben. Ein Motiv, das die Technik der in Beton vorfabrizierten Loggia und des darauf angebrachten Dämmputzes kostengünstig ermöglicht. Selbst die beiden Tordurchgänge der Häuser vollziehen den Versprung der Ebenen in der Decke nach." 

Fotos und Text © Klaus Dieter Weiss